Elternratgeber

SO...?

1. Ihr Sohn ist der beste Spieler in der Mannschaft! Das wird von den Anderen nur nicht immer erkannt. Sorgen Sie dafür, dass jeder in Ihrer Nähe dies auch mitbekommt!

2. Legen sie auch Wert darauf, dass Ihr Sohn sich für den einzig wahren Fußballer in der Mannschaft hält!

3. Kritisieren Sie stets lautstark die Entscheidungen des Schiedsrichters, schließlich sehen Sie von den Zuschauerrängen alles viel besser als er! Außerdem lassen sich die meisten Schiedsrichter dadurch beeinflussen, in Zukunft mehr für die eigene Mannschaft zu pfeifen!

4. Wenn Sie sich durch Zurufe von gegnerischen Eltern gestört fühlen, diskutieren Sie jede Aktion mit diesen – meist primitiven – Menschen aus und geben Sie keinesfalls nach. Leider sind oftmals Beschimpfungen und Drohungen das letzte Mittel, um die Gegner zu überzeugen, dass Sie im Recht sind!

5. Versprechen Sie Ihrem Sohn für jedes Tor mindestens 5 Euro, das fördert den Offensivfußball!

6. Laufen Sie am Spielfeldrand am besten immer auf Ballhöhe mit, so können Sie das Spiel am besten kontrollieren und die Spieler und den Trainer auf ihre Fehler aufmerksam machen!

7. Erklären Sie Ihrem Sohn, dass er im Zweifelsfall nur auf Sie hören soll und nicht auf die unqualifizierten Hinweise des Trainers!

8. Sie wissen, dass der Trainer ihres Sohnes eigentlich ein ganz netter Kerl ist, aber sonst leider keine Ahnung von Fußball hat. Machen Sie ihm dies gelegentlich klar und sagen Sie ihm, welche Positionen ihr Sohn spielen kann und welche nicht!

9. Wenn der Trainer Ihren Sohn gar einmal auf die Ersatzbank setzt, suchen unverzüglich das Gespräch mit ihm und versuchen Sie den Irrtum sofort aufzuklären. Sollte der Trainer dennoch nicht einsichtig werden, drohen Sie am besten auf der Stelle mit einem Vereinswechsel Ihres Sohnes, dann sollen sie schauen wie es ohne ihn weiter geht!

10. Sollte Ihr Sohn wider Erwarten dennoch einmal eine schlechte Leistung abgeliefert haben oder gar kein einziges Tor erzielt haben, dann ist es wichtig, dass Sie sofort nach dem Spiel mit ihm seine Fehler analysieren und ihn angemessen bestrafen. Denn nur so wird er es sich merken und beim nächsten Mal diese Fehler nicht mehr wiederholen!

11. Nehmen Sie dem Trainer keinesfalls organisatorische Arbeit ab, er bekommt sicher mehr als genug Geld dafür, dass er seine Freizeit für den Verein und die Kinder opfert!

 

...ODER DOCH BESSER SO?

1. Jedes Team und jedes Kind freut sich, wenn es lautstark unterstützt wird. Darum legen wir Ihnen nahe, Ihr Kind so oft wie möglich zum Spiel zu begleiten. Beachten Sie allerdings, dass Sie in erster Linie Zuschauer und "Anfeuerer" sind und halten Sie bitte die unten genannten Regeln ein.

2. Unterstützen Sie Ihr Kind mit positiven Zurufen oder Applaus! Unterlassen Sie aber unsachliche und emotional gefärbte negative Zurufe! Stellen Sie sich vor, Sie stünden am Platz. Würden Sie gerne ständig kritisiert oder sogar beschimpft werden? Wie würden Sie sich fühlen?

3. Die Führung im sportlichen Bereich sollten Sie alleine dem Trainer überlassen. "Taktische" Anweisungen und fußballerische Ratschläge an das Kind sind daher auch nicht erwünscht!

4. Achten Sie darauf, dass Sie sich stets hinter der Spielfeldbegrenzung an den für die Zuschauer vorgesehenen Bereich befinden. Eltern und Zuschauer dürfen sich nicht bei der Ersatzbank oder gar direkt am Spielfeld aufhalten!

5. Schiedsrichterentscheidungen sind kommentarlos zu akzeptieren!

6. Auch wenn es manchmal schwer fällt: Auch die "Anderen" (Gegner, Trainer, Schiedsrichter,…) verdienen Respekt und Anerkennung! Schützen und bauen wir das positive Ansehen des Vereins aus!

7. Seien Sie auch im Bereich Fairness ein Vorbild und unterlassen Sie Diskussionen oder gar Beschimpfungen gegenüber allen Beteiligten. Achten Sie bitte sorgfältig auf Ihre Wortwahl und unterlassen Sie Kraftausdrücke. Sollten Sie selbst provoziert werden, geben Sie nach und wechseln als "Gscheiterer" einfach den Platz. Bedenken Sie, dass im Mannschaftssport immer viel Emotion steckt und nicht jedes Wort ernst genommen werden darf.

8. Verabschieden Sie nach dem Spiel alle Spieler und den Schiedsrichter mit Applaus. Zeigen Sie Größe, auch wenn nicht alles gut für unser Team gelaufen ist!

9. Kritisieren Sie Ihr Kind niemals nach einem Spiel! Sprechen Sie nur positive Erlebnisse des Spieles an. Vielleicht müssen Sie es auch einmal trösten. Vermeiden Sie aber lange Diskussionen oder gar "Spielanalysen" mit Ihrem Kind. Verbannen Sie Sätze aus Ihrem Sprachgebrauch, in denen das Wort "nicht" vorkommt. Formulieren Sie positiv. Die Freude am Fußball soll immer erhalten bleiben.
Tipp: Sollten Sie einmal ein Spiel verpassen, fragen Sie Ihr Kind beim Heimkommen nicht "Hast du ein Tor gemacht?". Fragen Sie besser "Hast du beim Fußball Spaß gehabt?". Dies ist für das Kind viel wichtiger als selbst ein Tor geschossen zu haben.

10. Gratulieren Sie Ihrem Kind zu seiner Leistung! Vermeiden Sie aber materielle oder monetäre Belohnungen. Diese entsprechen nicht dem Grundsatzgedanken des Mannschaftssportes im Kinder- und Jugendfußball.

11. Helfen Sie mit die jüngeren Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen. Lassen Sie Ihr Kind seine Taschen selbst tragen und fördern Sie das selbständige Umziehen in der Kabine. Ermuntern Sie Ihr Kind auch dazu, die DUSCHPFLICHT nach dem Training oder Match einzuhalten!
Im Kabinentrakt dürfen sich nur Spieler und Funktionäre aufhalten!
Eltern ist der Aufenthalt im Kabinentrakt untersagt!

12. Hilfe bei organisatorischen Aufgaben ist willkommen und bereichert das Vereinsleben. Zumindest sollten Sie als Elternteil aber darauf achten, dass Sie Ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Verein pünktlich nachkommen und dass Ihr Kind mit passender Trainingsausrüstung verlässlich an allen Mannschaftstrainings teilnimmt!

13. Machen Sie jedenfalls Ihr Engagement für die Mannschaft und für den Verein nicht von der Zufriedenheit mit den Entscheidungen des Trainers oder den sportlichen Erfolg abhängig! Gerade im Kleinbereich ist die vielseitige sportliche und charakterliche Ausbildung ALLER Spieler wichtiger, als Siege und Meisterschaftsgewinne!

14. Wenn dennoch Frust aufkommt, das Gespräch mit dem Trainer suchen und in einer sachlichen, verständnisvollen Atmosphäre Meinungen austauschen und Lösungen suchen! Gegebenenfalls kann auch der Jugendleiter als Moderator eingebunden werden.