Nachlese

KM: Toller Erfolg gegen den Tabellenersten

kmjubel2017
WAF Brigittenau : RSP  1:3 (1:2)

Sieg in der „Gruabn“ gegen den Tabellenführer WAF!

Die Ausgangslage vor diesem ungleichen Spiel war klar. WAF als ungeschlagener Tabellenführer haushoher Favorit, die Reds mit stark stotterndem Motor in die Meisterschaft gestartet und nach 8 Runden mit 1 Sieg, 6 Unentschieden und 1 Niederlage und einem Torverhältnis von -1 am neunten Tabellenrang zu finden. Besonders auffallend, dass der Tabellenführer in den ersten 8 Runden lediglich 2 Gegentreffer kassierte und so mit einem Torverhältnis von +22 an der Spitze lag.

Nach dem bitteren, aber letztlich gerechten Unentschieden im letzten Heimspiel gegen Rapid Oberlaa, wurde eine Reaktion der Mannschaft gefordert und so war das Spiel gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner genau das richtige.

Co-Trainer Weixler: „Ich war überzeugt, dass unsere Jungs überraschen können und hatte schon unter der Woche ein gutes Gefühl.“

„Weixi“ sollte Recht behalten, denn die Jungs waren an diesem Tag fokussiert und nach dem anfänglichen Abtasten, trat unser Team zusehends selbstbewusster auf. Es war ein offener Schlagabtausch in Hälfte eins, wobei zugegebener Maßen die Heimischen torgefährlicher agierten, aber die Treffer erzielten die Reds.

Einerseits lag es an der grundsoliden Abwehrleistung, wo unsere Burschen im letzten Drittel bzw. bei aussichtsreichen Torabschlussmöglichkeiten der brandgefährlichen Offensive sich mit vollem Elan und punktgenau die Schüsse blockierten. Die WAF Offensive mit dem Topstürmer Zlatan Sibcic (13 Tore) und Zaim Nasufi bissen sich sprichwörtlich die Zähne aus – es war kein Durchkommen! Wenn einmal ein Schuss den Weg Richtung Tor fand, war unser Goalie Patric Klemmer zur Stelle, der mit
seinen Glanzparaden (vor allem in Hälfte zwei) einer der maßgeblichen Faktoren für den Sieg war.

Es kam so wie es im Fußball oftmals kommt, die Heimischen gefährlicher, aber die Tore schossen die Reds. Und es begann ganz bitter für die WAF, denn nach einer Flanke von Sebi Hosiner auf unseren Youngster Marlon Mustapha, der Richtung Tor köpfelte, ging ein Klärungsversuch des WAF Spielers gründlich daneben und er lenkte den Ball ins eigene Tor. Das Tor gab unserem Spiel Auftrieb und unser Team war in den Kontern gefährlich. Dann die Hiobsbotschaft nach einem „Ellbogencheck“ eines WAF Akteurs im Luftduell gegen Berhard „Stoni“ Steiner signalisierte dieser, dass es nicht weitergeht. Das nicht ganz gerade Riechorgan unseres Kärntners war wieder einmal (das 6. Mal) gebrochen und so musste der nächste Youngster in die Bresche springen. U 18 Spieler Cem Üstündag kam ins zentrale Mittelfeld und er sollte seine Sache, gegen die „gstandenen“ WAF Spieler
ausgezeichnet machen. 10 Minuten später setzte sich der stark spielende Marlon im 16er gegen den Abwehrspieler durch, wurde regelwidrig zu Fall gebracht und der fällige Elfmeterpfiff blieb nicht aus. Wer jetzt glaubte, dass es wie bei den großen europäischen Mannschaften einen Streit um das Ausführen des Penaltys entsteht, der irrte. Keiner unserer Jungs wollte die Chance auf das 2. Tor nutzen, keiner wollte die Verantwortung übernehmen und so legte sich der Gefoulte selber den Ball
auf den Punkt. Die Nerven spielten nicht mit und die Ausführung war extrem harmlos, sodass der heimische Tormann keine Mühe hatte das Spielgerät zu sichern.

Nur 1 Minute später wieder ein elferreifes Foul im 16er an Mio Jovanovic und wieder Pfiff der Referee und wieder legte sich der Gefoulte selber den Ball auf den Punkt. Nur diesmal verwertete der Schütze souverän und die 2:0 Führung war perfekt. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte agierten wir einmal nicht entschlossen genug, waren zu spät dran und konnten den WAF Stürmer
nicht halten. Auch hier entschied der Schiedsrichter auf Foul und Elfmeter. Wieder legte sich der Gefoulte den Ball auf und verkürzte auf 1:2. Klemmer Patric erriet das richtige Eck, war an dem Ball dran, konnte das Tor aber nicht verhindern.

Wer nun glaubte, dass die WAF in Hälfte zwei, ob des glücklichen Spielverlaufs (Anschlusstreffer mit dem Pausenpfiff), aggressiv und bissig starten werden, wurde enttäuscht. Es kam nur mehr wenig von den Heimischen und die 3-4 Topchancen entschärfte unser Goalie mit tollen Reflexen und unbändigen Einsatz. Unsere Jungs hielten das Spiel offen, waren um einiges spielbestimmender als in Hälfte eins und konnten eins ums andere Mal gefährlich kontern. Aber der knappe Vorsprung, das
ständige Hin und Her, zerrte an den Nerven aller. Die Zeit wollte nicht vergehen, das dritte Tor nicht gelingen und so mussten wir bis zur 94. Minute auf die endgültige Erlösung warten. Ein Energieanfall von Sebis Hosiner, der in der letzten Minute zu einem 60 Metersprint ansetzte und so das letzte Tor mustergültig vorbereitete, indem er dem mitlaufenden Youngster Cem Üstündag aufspielte, dieser mit viel Übersicht den völlig freistehenden Thomas Simonic bediente und dieser eiskalt verwertete. Großer Jubel nach dem erlösenden dritten Treffer und der Schiri beendete daraufhin das Spiel.

Trainer Michi Sonvilla: “Es war hoffentlich der Befreiungsschlag für die Mannschaft. Ein solches Erfolgserlebnis gibt Auftrieb, denn die unerwarteten Siege sind die Schönsten. Es war eine absolute Willensleistung der Mannschaft, die gezeigt hat, dass mit dieser Einstellung und Leidenschaft jeder zu bezwingen ist. Eines muss fairerweise natürlich gesagt werden, dass auch das notwendige Spielglück auf unserer Seite war.“

Der erst zweite Sieg in der 9. Runde zeigt jedoch auf, dass unsere Jungs noch Aufholbedarf im 3-Punktesegment haben. Im nächsten Heimspiel gegen Stadlau 1b am Freitag um 18.30 Uhr sollten wieder Punkte drinnen sein.


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