Nachlese

KM: Nach Aufholjagd setzte es ein Debakel

KampfmannschaftKM: RSP : Donau 2:6 (2:2) 

Hohe Erwartungen, große Anspannung und perfektes Fußballwetter waren Samstagnachmittag da – somit alles angerichtet für ein Spitzenspiel der 2. Landesliga.  Die Vorzeichen deuteten auf ein spannendes und sehr knappes Match hin. Unser als heimstark bekanntes Team trat gegen das beste Auswärtsteam der Liga an. Beide Defensivreihen sehr stark, beide Teams haben spielerisch einiges zu bieten – soweit alles gut!



„Normalerweise beginnt ein Spiel mit 0:0“ – dieser Ausspruch ist dieser Tage dem international Fußballinteressierten bekannt und trifft auch auf dieses Spiel zu. Bereits in Minute 4. geriet unser Team in Rückstand – ein scheinbar harmloses „Schüsschen“ auf das Gehäuse von Mathias Glanzer fand den Weg ins Tor! So starteten die Jungs gleich mit einem Rückstand in die Partie. In den nächsten 25 Minuten sah man eine sehr engagierte, aber nach dem unnötigen Rückstand verunsicherte Heimmannschaft und einen ebenbürtigen, immer gefährlich wirkenden Gegner. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Eine kurz abgespielte Cornervariante der Gäste – die unserem Team bekannt war, auf die unsere Jungs vorbereitet wurden – und eine fehlende Zuordung ermöglichte dem Stürmer der Gäste im 16er völlig alleinstehend den Ball anzunehmen, sich zu drehen und die Aktion im kurzen Eck abzuschließen. Zwei Tore die unter der Kategorie „völlig unnötig“ einzuordnen waren.

Ein Standard musste her, um unser Team aus der aufkeimenden Verzweiflung zu holen. Ein Freistoß aus dem Halbfeld auf die 2. Stange, „Roli“ Walczak köpfte zur Mitte, der Ball ging über den Tormann und senkte sich ins Tor. Der heranstürmende Karlo Olsak landete mit Ball im Tor. Endlich der Anschlusstreffer …und plötzlich strauchelten die Gäste, die völlig verunsichert wirkten. Minuten später setzten wir noch eines drauf: ein Supertor von Youngster Max Eksler, der aus gut 20 Metern mit dem „schwachen“ Linken den Ball genau ins Kreuzeck schlenzte! Nun waren unsere Jungs am Drücker und  „Ratschi“ Ratschka hatte vor der Pause sogar die Möglichkeit noch eines drauf zu setzen. Leider wurde gerade jetzt die Partie zur Pause abgepfiffen.

Psychologisch nach der 2-Toreaufholjagd im Vorteil starteten die Jungs sehr gefällig in Hälfte zwei. SV Donau zog sich weiter zurück, spielte auf Konter und überließ uns großteils das Spiel. Es schaute nicht schlecht aus, aber die vielen unerzwungenen Ballverluste im Angriffsspiel bereiteten unserem Team Schwierigkeiten. Und so kam es in Minute 67, dass durch einen Konter bei dem der gegnerische 10er unsere komplette linke Seite inklusive Innenverteidiger „austanzte“, zur Grundlinie „durchspazieren“ konnte und einen Stanglpass setzte, der zu einem weiteren Gegentor führte. Ein Tor und damit ein erneuter Rückstand mit dem unsere Spieler überhaupt nicht umgehen konnten. Kein Aufbäumen, sondern Lethargie machte sich breit und die Gäste bestraften uns bitter dafür! Immer im gleichen Prinzip – harmlose Angriffsbemühungen unsererseits, ein meist unerzwungener Ballverlust, Konter, Tor!

Bis Minute 67 war die Welt an der Kendlerstraße noch in Ordnung, doch die letzten 23 Minuten zeigte die Heimmannschaft ein Gesicht, das niemand sehen wollte: die Mannschaft hat sich aufgegeben! Die Anspannung, die Erwartungen waren scheinbar zu viel und das Nervenkostüm viel zu dünn. Einer Tatsache der man sich stellen muss, eine Tatsache die es zu besprechen gilt und aus der Lehren (Erfahrung) gezogen werden sollten.

Aber eines ist verfehlt – auf die Burschen „hinzuhauen“! Die bisherige Meisterschaft verlief sehr gut, lachte man doch nach 9 Runden punktegleich von der Spitze.  Eine Situation mit der scheinbar viele Burschen leider noch nicht umgehen können und dann in solchen entscheidenden Spielen Nerven zeigen.

Trotz „Weltuntergangsstimmung“, trotz hämischer Bemerkungen und Schadenfreude anderer, geht die Meisterschaft weiter und es war nur ein Spiel über 90 Minuten, dass am Ende aus dem Ruder gelaufen ist. Den nächsten schwierigen Aufgaben gilt die volle Konzentration und dem Trainerteam die Aufgabe, die Mannschaft wieder aufzurichten.