Nachlese

KM: Nullnummer im Grätzelderby

ratschi lacKM: RSP : Slovan - 0:0 (0:0)

Nach einjähriger Abstinenz war es dieses Wochenende wieder soweit – Nachbarschaftsderby! Ein Spiel zweier Mannschaften, die gut in die Meisterschaft gestartet sind, punktegleich und so das Spitzenspiel in dieser Runde.

Was kann über die erste Halbzeit berichtet werden? Slovan wirkte gefährlicher, aggressiver und mit viel mehr Laufarbeit bereiteten uns die Gäste große Probleme. Schon in den Anfangsminuten rettete die Querlatte und verhinderte so nach einem Kopfball den frühen Rückstand. Unser Team wirkte zögerlich, in den Zweikämpfen meist unterlegen und fand kein Rezept im ersten Durchgang. Slovan mit vielen Angriffsaktionen und einem klaren Übergewicht im Mittelfeld, schaffte es aber auch nicht ganz klare Einschussmöglichkeiten zu kreieren. Ein Treffer der Gäste lag trotzdem in der Luft und das Trainerteam Sonvilla/Schipek sehnte sich den Pausenpfiff herbei.

Anders die zweite Hälfte. Von Anfang an mehr Elan im Spiel der Reds, mehr Wille sich dagegen zu stemmen, mehr Wille zum Siegen war plötzlich zu sehen. Eine kleine taktische Veränderung durch die Trainer (Doppelsechs) brachte mehr Sicherheit in der Defensive und mit der notwendigen Zweikampfstärke kam es zu vielen Balleroberungen im Mittelfeld. Eins ums andere Mal starteten die Jungs den Gegenangriff. Gutes Umschaltspiel und eine läuferische Überlegenheit auf den Flügeln ermöglichten uns viele Flanken über die Seite, die jedoch sehr unplatziert geschossen und so keinen Abnehmer fanden. Mit der aufkommenden Dominanz unserer Mannschaft wurde das Spiel auch hitziger, die Zweikämpfe immer intensiver geführt – auf beiden Seiten wohlgemerkt! So kam es im zweiten Durchgang auch auf den gut besuchten Rängen zu einer „richtigen Derbystimmung“: erhitzte Gemüter, mit viel Emotion wurden die Schiripfiffe kommentiert. Spätestens ab der 70. Minute kochte es in der Kendlerstraße. Kurz zuvor kam es auf der Seitenlinie (bei den Zuschauern) zu einem sehr harten Tackling von Max Eksler (zurecht die Gelbe Karte) gegen den Stürmer der Gäste, welcher sich am Boden wälzte und eine Verletzung anzeigte, kurze Zeit später aber wieder voll im Geschehen war. Bemerkt werden muss aber, dass selbiger Spieler schon X-Mal am Boden lag und bei jeder Berührung, jedem Foul ein Tam-Tam machte, das völlig übertrieben war. In diesem Fall jedoch ungerechter Weise bedachte Sebi Hosiner den am Boden liegenden Slovanakteur mit „aufmunternden“ Worten, wofür er die Gelbe Karte präsentiert bekam.

Bei einem Konter in Minute 70, zog Sebi Hosiner in der Mitte allen auf und davon und es kam zum Duell mit dem Innenverteidiger der Gäste Janschitz. Sebi Hosiner legte sich den Ball etwas weit vor, spitzelte den Ball aber am heranstürmenden Innenverteidiger vorbei, dieser zog mit vollem Risiko  und ohne Rücksicht auf Verluste durch und Hosiner flog durch die Luft. Unser Flügelflitzer wurde bei dieser Aktion nicht voll getroffen, lediglich gestreift – aber der Verteidiger war viel zu spät dran, zog nicht zurück sondern voll durch und somit war die Rote Karte unumgänglich. Die Gemüter gingen hoch, denn dem Konter ging ein Zweikampf voraus, bei dem der Schiedsrichter weiterlaufen ließ („Schwalbe“) – aus der Perspektive der Betreuerbank aus, war es jedoch eher ein Foulspiel.

Unsere Jungs fanden in den letzten 20 Minuten viele Möglichkeiten vor den letzten Pass zu spielen, aber entweder das Zuspiel, oder die Hereingaben von der Seite war zu ungenau und fand so keinen Abnehmer. Die größte Chance auf die Führung vergab „Ratschi“ Ratschka, der nach einem Gestocher im 16er, plötzlich den Ball 5 Meter vor dem Tor einschussbereit vor sich liegen hatte, aber zu hektisch reagierte und den Tormann anschoss.
Es blieb beim Unentschieden und bei Betrachtung beider Halbzeiten geht dieses auch in Ordnung. Haben unsere Burschen die erste völlig verschlafen, waren wir in Hälfte zwei am Drücker – es fehlten aber die ganz klaren Möglichkeiten. Thema Nummer 1 am Platz bei den Gästen blieb jedoch die aus ihrer Sicht schlechte Schirileistung. Bei aller Derbyemotion bleibt es nur ein Spiel, ein sportlicher Wettkampf und für die Spielleiter ein nicht immer leichtes Unterfangen es allen richtig, für uns alle gerecht zu machen.