Nachlese

KM: Derbyerfolg gegen Helfort

RED STARKM: RSP : Helfort 15 - 4:1 (1:1)

Die Serie reißt nicht ab!

Gehörten Spielberichte in der abgelaufenen Saison zum Standardrepertoire, so ist es derzeit (aus beruflichen Gründen) leider nicht ständig möglich. So wurde über die Spiele ASV 13, Hellas Kagran und SV Albania nicht geschrieben, wobei es einiges zu berichten gegeben hätte. Zusammenfassung aus sportlicher Sicht: Unglücklicher Auftakt, souveräner 2. Akt, bescheidener 3. Auftritt reichte zum Sieg….aber nun war Derbytime!

Es wurde schon viel in den letzten Begegnungen darüber berichtet, dass die Rotsterne seit Jahren die Oberhand behalten, wenigen ist jedoch bewusst welche Tradition dieses Derby eigentlich bietet. 1903 trifft auf 1910! Beide Vereine haben eine wesentliche Rolle im Wiener Fußball eingenommen und bis heute ihre Identität behalten. Aus diesem Gesichtspunkt heraus, soll es noch viele dieser traditionsreichen Derbys geben!

Zum Spiel:

Schon im Vorfeld gab es einige Aufregung um die Aufstellung der Gäste. Langzeitobmann Odo Köstler, doch auch schon den 60ziger hinter sich gelassen, fand sich in der Aufstellung der Gäste wieder. Ein genauer Blick verrät uns auch warum. Es ging um die Eigenbauspielerregelung, die die Gäste an diesem Tag nicht erfüllen konnten. Dem aufmerksamen Schiri Gajic fiel dieser Umstand natürlich auf und „zwang“ Obmann Köstler den Richtlinien des Spielbetriebs zu folgen und so musste er sich in ein Dress zwängen. So saß der Obmann der Gäste im Dress und den Temperaturen entsprechend mit Flipflops auf der Ersatzbank. Eine kuriose Begebenheit, die ewig in Erinnerung bleiben wird!

Das Spiel begann sehr zerfahren. Die Gäste mit sehr viel Engagement und damit sehr rustikalem Zweikampfverhalten, ließen unsere Jungs nicht ins Spiel kommen. Youngster Max Eksler bekam erstmals in seinem fußballerischen Dasein einen „Bewacher“ zur Seite gestellt. Dieser, ihm auf Schritt und Tritt folgende „Schatten“, zog am Nervenkostüm unseres Mittelfeldstrategen, der an diesem Tag seinen 18. Geburtstag feierte. Das Trainerteam Sonvilla/Schipek beorderte Max Eksler auf die Außenbahn um den „Verfolger“ besser abzuschütteln zu können.

In Minute 6 kam es zu einem Zweikampf zwischen Innenverteidiger Paul Gorbach und einem Offensivakteur Helforts. Ein Haken, eine Grätsche und der Helfort-Spieler lag 20 Meter zentral vor dem Tor schreiend am Boden. Ein Foulpfiff des Schiris war die Folge. Paul Gorbach reklamierte heftig, eine Schwalbe war es, denn er hatte den Spieler gar nicht berührt bzw. getroffen. Dann passierte es, Patric Klemmer der erstmals als 1er Goalie das Tor hütete, ließ den Ball unter sich durchflutschen. Die Mannschaft reagierte sehr gelassen darauf und wie wir es von den Jungs gewohnt sind, keine Vorwürfe, kein Verzweifeln sondern eine Leistungssteigerung war die Folge. Unser Team erspielte sich einige Großchancen, wobei die vergebene Chance von Sebi Hosiner erwähnenswert ist. Perfekt über die Seite und dann am 5er Eck frei gespielt, kam unser Mittelfeldmotor zum Abschluss, nahm viel zu viel Risiko und schoss den Ball deutlich über das Tor. Ein Standard musste her für den Torerfolg. Mit viel Freude verfolgte Co-Trainer Bernhard Schipek, seines Zeichens verantwortlich für die Ausführung unserer Standards, den Eckball. Ein gut getretener Corner auf die 1. Stange und Karlo Olsak stand dort wo er auch hingehörte und köpfelte aus kurzer Distanz ein. So ging es mit einem 1:1 in die Kabine – aber nur für unsere Spieler, denn die Gäste kamen wie gewohnt bereits umgezogen zum Platz.

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Sehr rustikales Einsteigen der übermotivierten Gäste führte zum 1. Ausschluss. Der bereits verwarnte Kapitän der Gäste Lovakovic verhinderte das Kombinationsspiel im Mittelfeld bewusst, indem er einen Gegenspieler „blockte“ und sah dafür den zweiten Gelben Karton und damit kam es zum Platzverweis. Spieler und Zuschauer aus dem Helfortlager verstanden die Welt nicht mehr und es wurde zunehmend aggressiver am Platz und auch seitens der Zuschauer, welche sich „Feindbilder“ im Schiri fanden und ganz besonderer Beliebtheit erfreute sich an diesem Tag Niko Wollner, der sich einiges anhören musste. Der ausgeschlossene Spieler nahm zwischen den Zuschauern Platz (weil keine Kabine zum Umziehen) und es kam zu einem Tumult unter den Helfortanhängern.

Die angeheizte Atmosphäre führte zu weiteren Härteeinlagen der Gäste und der nächste Ausschluss folgte. Wieder war es ein Foulspiel eines bereits verwarnten Spielers, das zu einer weiteren Überzahl der Heimischen führte. 2 Spieler mehr am Platz machten sich dann schnell bemerkbar. Helfort zog sich zurück, wollte verteidigen, aber schon Minuten später eine Regelwidrigkeit im Strafraum und folgerichtig ein Strafstoß. „Ratschi“ Ratschka nahm sich das Leder, legte es auf den Elfmeterpunkt – der sehr uneben und von einer kleinen Grube umgeben ist – lief an und im Schießen kullerte der Ball in die Grube. Der Ball wurde irgendwie getroffen, flog relativ zentral hoch Richtung Tor, der sehr gute Gästekeeper war mit der Hand dran und lenkte den Ball an den Torbügel, von dort flog er wieder aus dem Tor. Kurze Verwirrung und Diskussion, denn nicht allen Beteiligten war gleich klar, dass der Ball bereits im Tor war.

Nach der Führung unserer Burschen gaben die Gäste trotz numerischer Unterzahl nicht auf und versuchten mit hohen Bällen und viel Risiko ihr Glück, wollten unbedingt den Ausgleich erzielen. In den Zweikämpfen wieder sehr grenzwertig und so war es dem Schiri zu verdanken, dass nicht noch mehr Helfortspieler das Feld verlassen mussten. Unser Team blieb relativ ruhig, spielte sehr abgeklärt und ließ den Ball und Gegner laufen, erspielte sich zahlreiche Torchancen, aber das erlösende dritte Tor wollte nicht fallen. Es dauerte bis zur 81. Minute, wo Sebi Hosiner aus gut 20 Meter unhaltbar ins Eck abzog. Für den vierten, sehr schön herausgespielten Treffer war wieder unsere Nr. 26 verantwortlich.

Dieses Kendlerroadderby hatte es wieder in sich. Viele Zuschauer, viele Tore, viele Karten und ein Ergebnis mit dem wir sehr zufrieden sein können. Helfort hat sich durch die Ausschlüsse selbst geschwächt und sich so auf die Verliererstraße manövriert. Die lange Serie ohne Derbyniederlage ist prolongiert und nach der so unnötigen Auftaktniederlage ist das Team wieder in der Spur! Weiter so, denn die nächsten beiden Aufgaben sind keine leichten. LAC als Mannschaft mit Titelambitionen und mit dem bärenstarken Aufsteiger und Tabellenführer Slovan kommen zwei dicke Brocken auf unsere Jungs zu.