Nachlese

KM: Niederlage gegen 1980 Wien

KampfmannschaftKM: 1980 Wien : Red Star Penzing 1:0 (0:0)

Es gibt Spiele die keiner sehen will, es sind die Spiele bei denen Herz, Leidenschaft und Siegeswille der eigenen Mannschaft fehlen. Diese notwendigen Attribute für ein gutes Fußballspiel haben wir am Samstag bei einem Großteil der Jungs vergebens gesucht und die Rechnung präsentiert bekommen.

Dabei begann es noch recht gefällig. Die Heimischen sehr defensiv eingestellt, versuchten sich im Konterspiel, was anfangs jedoch gar nicht klappte und völlig planlos und damit harmlos wirkte. Im Gegenzug dazu unsere Burschen, die schon mit dem ersten Angriff hätten in Führung gehen können. Nach einem Schnitzer in der Hintermannschaft kam „Ratschi“ Ratschka am 5er-Eck mit einem Drehschuss zum Abschluss und verfehlte das Tor nur ganz knapp. Die erste halbe Stunde gehörte ganz eindeutig unserem Team. Chancen wurden erarbeitet, aber der Abschluss war ungenau oder zu zögerlich. Je länger die Partie andauerte, umso mehr passten sich unsere Jungs der behäbigen Spielweise der Heimischen an. Es war dann ein Mix aus Ungeduld und Fahrlässigkeit der eigenen Spieler und der Erkenntnis der Heimischen, dass in diesem Spiel doch was gehen könnte, der einen Umschwung herbeiführte. Plötzlich waren die Konter brandgefährlich und nur dem eigenen Unvermögen war es geschuldet, dass wir nicht mit einem Rückstand in die Kabine gingen. Bei einer 1:1 Situation mit unsere Goalie wollte der 80er Angreifer auf den mitlaufenden Außenbahnspieler (man suchte vergebens nach dem Gegenspieler, einem Defensivakteur der Reds) ablegen, bugsierte den Ball aber ins Cornerout. So ging es mit einer Nullnummer in die Pause.

Nach dem Wechsel wiederholte sich das Gezeigte. Die erste viertel Stunde waren die Reds dominant, erspielten sich Tormöglichkeiten und vergaben diese. Danach verflachte das Spiel, das zu keinem Zeitpunkt einen fußballerischen Leckerbissen darstellte, noch mehr. Just in diese Phase gesellte sich auch noch fehlendes Spielglück dazu. Nach einem schönen Diagonalpass in die Tiefe (über die gegnerische Abwehr) kam Stürmer „Ratschi“ Ratschka vor dem herauseilenden Tormann zum Abschluss, überhob diesen gekonnt und der Ball prallte von der Innenstange wieder ins Feld zurück. Das war Pech! 10 Minuten vor dem Ende – alles schien nach einer Nullnummer auszusehen – wurden wir dann doch noch bestraft. Ein harmloser Angriff über rechts, unser Zweikampfverhalten am eigenen 16er desaströs bzw. gar nicht vorhanden. Mit 2 einfachen Zuspielen (wie im Training ohne Gegenspieler: A zu B und der zu C) schloss der 80er Akteur im 16er gekonnt ab und knallte den Ball unter die Latte. Plötzlich waren wir im Rückstand und dieser Umstand ließ plötzlich einige der Burschen „erwachen“. Aber die plötzlich Aktivität und Hektik richtete sich sehr stark gegen die Schiedsrichter und die Gegenspieler. Zu einer richtigen Torchance reichte es nicht mehr.   Die Heimischen, ganz im Abstiegskampf verwickelt, zeigten keinen schönen Fußball, aber bissig und mit einem Willen für einen Punktegewinn über 90 Minuten zu fighten und damit ging dieser Sieg auch in Ordnung.

Was ist los mit unseren Jungs? Diese Frage stellten sich alle mitgereisten Fans und Zuschauer. Der langzeitverletzte Kapitän Luki Sonvilla brachte es auf den Punkt: „Von außen hatte es dein Eindruck, als ob einige nicht richtig wollten. So können wir kein Spiel gewinnen!“ Wobei sich hier die Frage auftut, wie „hungrig“ sind unsere Spieler noch nach Erfolg und Torjubel? Aber Vorsicht, es gilt nicht alle pauschal zu verurteilen, denn einige zeigten zumindest Normalform und den notwendigen Einsatzwillen. Aber es ist doch ein Mannschaftssport und wenn die Hälfte der Akteure mit angezogener Handbremse spielen, wie soll ein Team dann funktionieren. Das Trainerteam ist nun gefordert, die Burschen wieder in die Spur zu bringen und aus dieser Lethargie zu erwecken. Auch die „Guardia Rossa“, die unsere Burschen unentwegt anfeuerten, hat sich eine solche Darbietung nicht verdient und erwartet sich eine Reaktion der Mannschaft im nächsten Heimspiel.