Nachlese

Cup: FINALE!

Cup: Red Star Penzing : KE/Srbija08 3:1 (0:0)

EkslerFinale, Toto-Cup Finale! Happelstadion WIR kommen!

Cupspiele und ihre Faszination. In einem Spiel geht es um alles. Himmel und Hölle ganz nah beieinander. Spannung und Emotion pur. Jede Aktion zählt, jeder Fehler kann tödlich sein. Tragische Helden und leuchtende Sterne. Knisternde Atmosphäre und tobende Fans. Jubelnde Sieger und faire Verlierer.

Gestern war der Abend der Roten Sterne, die in einem spannenden „Cupfight“ die Gäste aus Simmering mit 3:1 niederringen konnten. Im Freitagspiel der Meisterschaft, dass unsere Jungs knapp mit 1:2 verloren hatten, war es unserem Team nicht möglich den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Hängende Köpfe und ziemlich viel Frust waren die Folge. Aber es gab die 2. Chance, es kam das eigentlich viel wichtigere Spiel mit der Riesenmöglichkeit einmal im Ernst Happel Stadion einzulaufen.

Jedes Kind träumt davon, jeder Hobbyfußballer will es einmal haben, dieses Gefühl in einem Stadion zu spielen, zu wissen wie es sich anfühlt auf einem großen, traditionsreichen Grün. Wir kennen die Stadien aus dem Fernsehen, haben das eine  oder andere große Stadion besichtigt, sind auch schon auf/neben dem Rasen gestanden. Aber gespielt? Nie und realistisch als Fußballer betrachtet auch mit sehr wenig Chance das zu erreichen. Mit „meiner“ Mannschaft, mit meinen Freunden in einem Finale im größten Stadion Österreichs zu spielen – dies war unser Ziel!

Die Anspannung vor diesem Spiel war riesig. Co-Schipek hat es „erträumt“, er sah unser Team im Finale, mit ihm als Spieler – so wie es in Träumen auch sein muss. Dazu gibt es die passende Geschichte: „Schipi“ schaffte es einmal mit seinem Team (Slovan HAC 2005 mit Ümit Korkmaz als Mitspieler) ins Finale und war der tragische Held des Halbfinales, indem er als Goalie mit einer Roten Karte („Notbremse“) des Platzes verwiesen wurde. Sein damaliger Trainer Willi Konnerth meinte noch: „Mach dir nichts draus, es wird nicht dein letztes Toto-Cupfinale sein!“ Er sollte Recht behalten, nur eben nicht als Aktiver sondern als Trainer.

Auch die Spieler waren extrem nervös. Alle waren motiviert, fokussiert aber auch die Angst des Versagens spielte eine große Rolle. Youngster Karlo Olsak: „Ich konnte nicht gut schlafen, bin in der Früh munter geworden und war schon nervös!“. Aber auch Routiniers, wie der „abgebrühte“ Gernot Hofer: „Es kribbelte schon den ganzen Tag. Die Gedanken waren eigentlich immer beim Spiel, aber ich wollte unbedingt ins Happel!“. Und der Trainer? Er tat so, als wäre das Spiel nicht so wichtig. Aber eben, er tat nur so! Jedes hier beschriebene Verhalten ist rein menschlich, soll ein wenig die Emotion und die psychische Beschäftigung mit einem Entscheidungsspiel widerspiegeln und vielleicht versteht der Leser dann ein wenig mehr, welch Druck (vor allem eigener Druck) auf den Spielern lastete.

Das Spiel selber spiegelte diesen Druck und Nervosität bei den Mannschaften wieder. Auch KE/Srbija war angereist um zu gewinnen. Es waren die gleichen Träume und Wünsche, die aufeinander prallten. Beide Teams nahmen nicht das letzte Risiko, belauerten sich und es knisterte förmlich am Feld. In Summe der 90 Minuten hatte unser Team die klareren Tormöglichkeiten und so gesehen war der Sieg verdient. Es gab keine Helden, denn in dieser Partie war die mannschaftliche Leistung und der Einsatzwille das Erfolgsrezept. Wir beleuchten doch noch ein wenig die Tore und die Torschützen: Trainersohn „Luki“ Sonvilla mit seinem Doppelpack. Der Allrounder musste diesmal als „Centerstürmer“ auflaufen und war beim Führungstreffer mit seinem Köpfchen zur Stelle. Der zweite Treffer ließ alle erstarren, denn der Ball kullerte nach seinem „satten Schussversuch“ über die Linie – aber er war drinnen! Max Eksler kam in Hälfte zwei für den angeschlagenen „Mo“ De Bock und spielte eine sehr starke Hälfte und krönte seine Leistung mit einem Tor. Vor diesem extrem wichtigen und wahrscheinlich vorentscheidenden Treffer „verbiss“ sich Max förmlich in die Gegner, setzte nach, behauptete den Ball, schloss ab - der Gästetormann hielt - war aber bei seinem Nachschuss machtlos. Dann brachen bei Max alle Dämme und er startete einen grandiosen Jubellauf, sprintete über das ganze Feld Richtung „Spaßkanone“ Niko Wollner (der gerade hinter dem eigenen Tor aufwärmte), da er diesen Treffer voraussagte.

Vielleicht noch eines. Es ist der größte Erfolg der letzten Jahre für Red Star Penzing! Und wer gestern am Platz war, wusste auch eines – Red Star/Penzing ohne die Unterstützung seiner grandiosen Fantruppe der „Guardia Rossa“ – wäre nicht mehr denkbar. Diese (positiv) verrückten Typen tragen wesentlich dazu bei, dass die Stimmung bei den Spielen famos ist und die Spieler so über sich hinauswachsen können.

Und noch etwas muss gesagt werden. KE/Srbija mit zahlreichen Fans angereist, erwies sich als der erwartet schwere Gegner und als äußerst fairer Verlierer. Trainer, Spieler und Zuschauer waren trotz des engen Spiels und der Enttäuschung nach der Niederlage immer fair – so soll Fußball sein!

Aber wie wäre der Bericht gewesen, wenn wir dieses Spiel…….aber wir haben es nicht und daher ist die Freude riesig und es gilt ein Datum, ein Ereignis sich vorzumerken:

Mittwoch 20.05.2015, 19.30 Uhr, Ernst Happel Stadion