Nachlese

KM: Sieg bei WAF Brigittenau

WAF Brigittenau : Red Star Penzing - 1:4 (1:1)

Julian1Auswärtssieg gegen WAF! Goalie Julian Schneider als Vater des Sieges!

Das Ergebnis war perfekt für ein Antreten in der Ferne. Wer noch zusätzlich einen Blick auf die Statistik der Rückrunde wirft, wird sehen, dass WAF Brigittenau in dieser Tabelle vor den Roten Sternen liegt (auch nach diesem Sieg bleibt es so) und so eigentlich zu favorisieren war. So gesehen passte das Ergebnis, konnte das Team samt Trainer zufrieden sein – die Fans waren es sowieso!

JA und NEIN! Es tut sich die Frage auf: Wieviel Kritik verträgt so ein Sieg? Wie kritisch darf dieser klare Auswärtssieg betrachtet werden und wie kommt Kritik in einem solchen Fall bei einzelnen Spielern und der gesamten Mannschaft an? Dies und mehr liegt in der Aufgabe des Trainerteams……

Zum Spiel: Nach dem Überraschungscoup am vergangenen Dienstag im Cup gegen Wr. Viktoria war die Euphorie groß und ließ doch einiges für das schwere Spiel in der legendären „Gruam“ erwarten. Es gab wieder einige Umstellungen im Team: Hofer, Ratschka angeschlagen, Debüt von Niko Wollner, Ausfall von Maurice de Bock und Sebi Hosiner war unter der Woche beim universitärem Feldlager.

Eigentlich rechnete das Trainerteam Sonvilla/Schipek mit einem offensiven Auftreten der Heimischen, doch nach den ersten Minuten war die Marschrichtung der Brigittenauer klar. Sehr defensiv und schnelle Konter mit hohen Bällen. Wer unser Team kennt, weiß genau, dass dies die Voraussetzungen sind, mit denen wir am wenigsten gut umgehen können. Doch es schien anfangs ein wenig anders zu sein, denn es wurden gleich zu Anfang klare Torchancen gegen die tiefstehenden Heimischem herausgespielt. Die größte Chance vergab Thomas Sick nach einer schönen Einzelaktion von Hagen Niederkofler, der einen perfekten Stanglpass neben das Tor setzte. Zunehmend war jedoch die fehlende Anspannung, der fehlende letzte Wille und die Konzentration spürbar und so häuften sich die Fehler. Haarsträubende Fehlpässe im Spielaufbau (meist im Zentrum) eröffneten den Heimischen die Möglichkeit schnell zu kontern – und sie taten es. Unsere Abwehrreihe auf der Mittelauflage, ein hoher Ball über die Abwehr bzw. ein flaches Zuspiel durch die Abwehrreihe und schon liefen die Brigittenauer Angreifer alleine aufs Tor. 2 x musste Goalie Julian Schneider all sein Können aufbieten um ein Tor zu verhindern. Julian eilte im richtigen Moment aus dem Tor, blieb „seelenruhig“ stehen, zeigte keine Reaktion (16er Grenze) und wartete auf die Entscheidung der Angreifer. Dieses Verzögern verwirrte und gemeinsam mit den nacheilenden Verteidigern (1x Gorbach, 1x Olsak) sicherte unser Goalie den Ball bzw. wehrte ab. Es sollte nicht die einzige Heldentat von Julian Schneider bleiben. Es ging munter hin und her und aus einem perfekt gespielten Diagonalpass von Kapitän Ante Pasalic, genau in den Lauf von Sick Thomas, der den Ball in der Luft, im vollen Lauf mitnahm und so den Verteidiger ziemlich alt aussehen ließ, fiel das 1:0. Unsere Kärntner Leihgabe lud den Goalie der Heimischen ein das kurze Eck aufzumachen und schoss trocken ein. Das Tor sollte doch eigentlich die Verkrampfung, die Unsicherheit lösen – leider NEIN. Aus einer Standardsituation, bei der das Spielgerät Richtung Tor gezirkelt wurde, sprang Paul Gorbach am höchsten, wollte klären – dieser Versuch ging gründlich daneben, oder aber eigentlich auch nicht – denn der Ball landete unhaltbar und wäre es auf den anderen Seite auch sehr gekonnt im eigenen Tor! Mit diesem 1:1 ging es in die Pause.

In der Spielpause  wurde gewechselt: Aus dem Feldlager direkt in die „Gruam“ -  Sebi Hosiner kam für Youngster Max Eklser, der nicht seinen besten Tag erwischte. Am Spielgeschehen änderte sich vorerst nur wenig, wenn auch unser Team beständiger agierte und die Fehleranfälligkeit reduzierte. Weiterhin ging es munter hin und her. Unser Team spielbestimmend und WAF extrem gefährlich im Konter. Keine der beiden Teams konnte aus den Chancen Kapital schlagen und je länger das Spiel dauerte, desto offensichtlicher wurde die körperliche Überlegenheit unserer Jungs – den Heimischen ging sprichwörtlich die Luft aus! Trainer Sonvilla/Schipek nahmen nach ca. 60 Minuten einen Doppeltausch vor: Gorbach und Wollner raus – die angeschlagenen Ratschka und Hofer rein. Die Wechsel brachten doch einigen Schwung und mehr Stabilität in unsere Reihen. In Minute 75 köpfte Hagen Niederkofler zum umjubelten Führungstreffer ein und doch wurde es gleich wieder brenzlig. Wieder war es Goalie Schneider, der den schnellen Ausgleich verhinderte, als ein WAF-Akteur im 16er ungehindert zum Abschluss kam, lenkte er den Ball mit einem tollen Reflex noch über die Latte. Es waren noch andere kritische Situationen  in Hälfte zwei, aber Schneider war durch die WAF-Spieler an diesem Tag nicht zu bezwingen. Die Heimischen warfen in den letzten Minuten alles nach vorne und es fehlte ihnen die Kraft um bei einem Ballverlust wieder defensiv zu agieren. So konnten Schatz Matthias und nochmals Sick Thomas einen Konter souverän abschließen. Der eingewechselte Patrick Ratschka hätte seine Scorerpunkte ebenso erhöhen können, doch er („….war überrascht, dass der Ball zu ihm kam!“) ließ 2 tolle Möglichkeiten aus.

Damit war das Schicksal der Heimischen besiegelt und der recht deutliche Auswärtssieg im Trockenen. Es war ein Spiel für die Fans und kein Spiel für die Trainer! Unser Defensiverhalten war, um im Sprachgebrauch der Spieler zu bleiben „grottig“. Viel zu viele klare Torchancen wurden ermöglicht, viel zu viel Raum wurde den gegnerischen Spielern zugestanden und viel zu wenig konsequent im Zweikampf aufgetreten, sofern unsere Jungs ihn führen konnten und nicht nur hinter her liefen.  Positiv: Es gab vor allem offensiv, wenn sich uns der Raum bot, einige sehr gut gespielte Aktionen.

Alles in allem war es ein verdienter, aber sehr glücklicher Sieg. Denn das Team mit dem klar besseren Tormann siegte – und so gesehen verdient! Nach dem genialen Cupfight unter der Woche, war Meisterschaftstristesse angesagt und es fehlte bei den Jungs die notwendige Anspannung. „Ende Gut alles Gut“ – trifft in diesem Fall leider nur bedingt zu.