Nachlese

KM: Niederlage gegen Siemens Großfeld

Red Star Penzing : Siemens Großfeld - 2:3 (0:1)

Trainerduo2
Herbe Enttäuschung im Heimspiel gegen Siemens/Großfeld!

„Dieses Spiel war ein Drama!“ – diese Aussage von Obm. Reini Krumpholz nehmen wir heute zum Anlass, das Gezeigte ein wenig unter dem literarischen Blickwinkel zu betrachten und den Versuch zu starten einen Vergleich herzustellen. Die Aussage war ziemlich treffend für dieses Spiel, für diese gezeigte Leistung: lt. Duden ist „ein Drama = ein Schauspiel mit traurigem Ausgang“.



Fünf Abschnitte markieren den funktionalen Aufbau des klassischen Dramas:

1. Akt: Exposition (Einleitung)
Die Voraussetzungen für dieses Spiel waren eindeutig. Unsere Jungs klar in der Favoritenrolle und die Gäste wurden als krasse Außenseiter gehandelt. Besonders bemerkenswert ist in dieser Konstellation, dass wir bereits ein „Drama“ in diesem Aufeinandertreffen hinter uns gebracht haben. Im Herbst verloren wir sehr unglücklich auswärts mit 1:2!

2. Akt: Steigende Handlung (Die Situation spitzt sich zu)
Die Erwartungen in dieses „Schauspiel“ waren eigentlich sehr hoch und 3 Punkte waren fix eingeplant, haben die Jungs doch einen klaren Aufwärtstrend in den letzten Spielen erkennen lassen. Eingestellt war die Mannschaft auf einen sehr defensiven Gegner und dieser erfüllte die Rolle prompt. Von Anfang an war erkennbar, dass die nötige Spannung, der nötige Wille, die nötige Konzentration fehlte. Es kam zu einem Herumgeschiebe des Balls in den ungefährlichen Zonen. Viel Ballbesitz der Unsrigen – wenig Chancen! Das „berühmte“ Laufen lassen des Balles und des Gegners als eines der Erfolgsrezepte wurde nur sehr bedingt umgesetzt. Viel zu ungenau, ohne die nötige Präzision und Schärfe und so kam es beim Spiel in die Breite (es wurde sehr viel quer und wenig tief gespielt) zu haarsträubenden Fehlern, die den Gästen Chancen ermöglichten. Die Offensivkräfte der Gäste „verstolperten“ aber diese Möglichkeiten. Die Hoffnung auf Besserung im Spiel wurde nicht erfüllt – „die Situation spitzt sich zu!“.  Und so passierte es: Ein Eckball der Gäste wurde in den 5er gezirkelt, Goalie Schneider reagierte nicht, Verteidiger Olsak „schlief“ und so bugsierte der gegnerische Spieler den Ball über die Linie.

3. Akt: Höhepunkt/Wendepunkt
Am „Wendepunkt“ des Spieles angekommen (Pause), warteten noch immer alle Fans und Fußballinteressierten auf einen Höhepunkt in diesem Wettkampf um Punkte. Dieser klassische Teil eines Dramas fehlte noch….. Das Trainerteam versuchte durch einen Doppeltausch (Sonvilla/Schatz rein – Eksler/Olsak raus) Schwung in die Partie zu bringen.

4. Akt: Verzögerung (Handlung verlangsamt sich…um in einer Phase höchster Spannung auf die bevorstehende Katastrophe hinzuarbeiten)
„Die Handlung verlangsamt sich…..“ nach Wiederbeginn brachten vor allem die Wechselspieler Schatz und Sonvilla mehr Dynamik in das Spiel der Heimischen und die Hoffnung auf ein besseres Ende stellte sich wieder ein. Aber es folgte die bittere Wende: Abspielfehler im Spielaufbau, ein schneller Konter über die linke Seite, Verteidiger Hofer und Tormann Schneider wirkten unentschlossen – Stanglpass und der Abnehmer konnte ungehindert einschießen. Und plötzlich stand es 0:2 in einem Spiel optischer Überlegenheit unserer Jungs. Es folgte ein kurzes Aufbäumen. Eine gelungene Einzelaktion von Sick Thomas führte zum Anschlusstreffer und zu den besten Minuten unserer Mannschaft. Unmittelbar nach dem Anschlusstreffer der nächste Hochkaräter. Es lag in der Luft – das Drama könnte eine gute Wendung für die Heimischen nehmen. Doch es kam anders. Wieder ein Fehler, wieder ein Konter über die linke Seite, wieder kein entschlossenes Verteidigen, wieder ein Stanglpass und wieder ein Tor – 1:3! Das Drama nahm seinen Lauf und doch kam es zu einer weiteren Wendung. Handspiel im 16er durch die Gäste und ein Strafstoß wurde verhängt. Kapitän Pasalic verwertete ganz sicher - eine der wenigen gelungenen Aktionen des Kapitäns an diesem Tag!

5. Akt: Katastrophe (a)…es kommt zur Katastrophe, (b) …alle Konflikte werden gelöst
a)  Es folgte die Drangperiode, in der unser Team noch einmal alles nach vorne schmiss, um die Partie zu drehen bzw. zumindest zu egalisieren. Die Stange verhinderte bei einem Kopfball von Hagen Niederkofler den Ausgleich. Alle Zuschauer und auch das Trainerteam fragten sich: „Warum erst jetzt? Warum nicht früher so ein Auftreten?“. Doch es war zu spät …die Niederlage konnte nicht mehr abgewendet werden.

b) Im Rückblick, in der Rückschau der Spieler fanden sich doch sehr seltsam anmutende Selbsteinschätzungen wieder. Von „…es war nicht so schlecht!“, „…wir hatten viele Ballkontakte!“, „…wenig zugelassen!“, „…kaum Fehler gemacht, fast alle Zweikämpfe gewonnen!“

So müssen wir dieses Drama schließen und heute auf ein neues Schauspiel unserer Jungs im Cup-Fight gegen Wr. Viktoria hoffen!