Nachlese

Obmann Reinhard Krumpholz im Interview

"Aufstieg in WFV-Liga als größter Erfolg des Vereines in den letzten Jahren!"

reiniLieber Obmann „Reini“ Reinhard Krumpholz, wie siehst du den Aufstieg des NW in die WFV-Liga?

Für mich ist es der größte Erfolg des Vereines in den letzten Jahrzehnten und das Ergebnis eines kontinuierlichen Weges. Das Trainerteam rund um Jugendleiter Sasa Rakic ist eines um das uns viele in Wien beneiden. Junge, engagierte Trainer die harmonisch miteinander das Ziel Aufstieg verfolgten. Das aber ohne großen Druck, sondern durch beständige, zielstrebige Weiterentwicklung der jungen Kicker. Daher ist es in erster Linie der Verdienst der Nachwuchs-Trainer und des Jugendleiters.

Der Aufstieg wurde erst im letzten Spiel der U 18 gegen Wienerberg fixiert. Es war ein richtiges Herzschlagfinale. Wie hast du das gesehen?

Es war ein richtiges Fußballfest mit ca. 500 Zuschauern am Red Star Platz und einem sehr glücklichen, aber verdienten Ende für unseren Nachwuchs. Für mich war es sehr emotional, da ich in der Jugend bis zur Kampfmannschaft bei Wienerberg meine Fußballschuhe geschnürt habe. Daher konnte ich mir kein besseres Finale vorstellen. Keiner, auch nicht die Wienerberg selber, hat noch daran geglaubt, dass es so eng werden könnte. Am Ende war der Jubel riesengroß und diesen Tag werden wohl viele nicht mehr vergessen können. Besonderen Respekt verdienen aber auch die Wienerberger, die uns überaus sportlich fair zum Titel gratulierten und auch noch ein Geschenk mitgebracht haben. Solche fairen Gesten sieht man heute nicht mehr sehr oft und ich möchte mich nochmals im Namen des Vereines dafür bedanken.

Was wird sich durch den Aufstieg ändern bzw. sind Änderungen geplant?

Der bisherige Weg hat uns Recht gegeben und daher werden wir nicht viel ändern müssen. Nachwuchsleiter Sasa Rakic hat das Trainerteam für die nächste Saison fixiert, es gibt einige Rochaden innerhalb des Teams und der eine oder andere Neuzugang, sodass wir gut aufgestellt in die Saison starten können. Es wird sich erst zeigen, ob die Burschen bereit sind für die höchste Spielklasse, die Erfahrung WFV-Liga ist eine riesige Chance für alle Nachwuchskicker. Leider mussten wir wieder einige unserer besten Nachwuchskicker zu Rapid Wien ziehen lassen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg.
Als Obmann kann ich sonst nur noch versuchen, die bestmöglichen Trainingsbedingungen für unsere Trainer und Spieler zur Verfügung zu stellen, was schwierig genug ist.

Was siehst du als Schlüssel für die derzeitige Erfolgswelle im Nachwuchs?

Red Star/Penzing steht für einen familiären Verein, wo das Miteinander und das Gemeinsame im Vordergrund steht. Dieser Weg wurde konsequent verfolgt und so ein Trainerteam gefunden, das diesen Erfolg möglich gemacht hat. Als kleines Beispiel für das Miteinander aller Beteiligten ist das zum 2. Mal stattfindende „Trainerwochenende“  vom 04.07. -06.07.2014 in Pichl bei Schladming zu sehen, wo die Trainer des NW, der JL sowie die KM-Trainer aber auch die Vereinsführung und besondere Freunde des Vereins mit von der Partie sind. Heuer steht „Canyoning“ am Programm, nachdem im Vorjahr das „Rafting“ alle gut überstanden haben.
Ich sehe aber auch die Nähe zu unserer Kampfmannschaft als weiteren Schlüssel zum Erfolg. Es sind viele Nachwuchskicker im Kader der KM und jedes Jahr bekommen neue Nachwuchskicker die Chance sich zu beweisen. Auch hier ist ein Miteinander der Trainer einer der wichtigsten Faktoren. Weiters  sehen wir, dass es eine Trendwende in den letzten Jahren im bezirksübergreifenden „Grätzel“ gegeben hat. Wir verlieren kaum mehr Spieler an unsere Nachbarn (Slovan, Sportklub, Austria XIII), sondern vielmehr gibt es einen Zulauf aus diesen Vereinen in unsere Richtung.

Die Kampfmannschaft von Red Star/Penzing spielte in den letzten Jahren in der Oberliga A immer vorne mit, warum reichte es nie zum Titel? Es gibt die Kritik, dass die KM gar nicht aufsteigen wollte bzw. der Verein kein Interesse daran hat?

Dazu müssten wir den „Erfolg der KM“ definieren und ein bisschen genauer hinschauen. Mit Trainer Michael Sonvilla habe ich vor 7 Jahren einen Trainer gefunden, der meine Vorstellung von der Einbindung der talentierten Nachwuchskicker in die KM erfolgreich umgesetzt hat. Mit einer solchen Mannschaft immer ganz vorne mitzuspielen, werte ich persönlich als schönen Erfolg unseres Vereines. Red Star/Penzing wird weiterhin diesem Credo treu bleiben und auch bei der KM sind Spieler gefragt, die gerne in einem familiären Verein unter guten Bedingungen Fußball spielen wollen und ich werde niemals finanzielle Abenteuer eingehen um kurzfristigen „Erfolg“ zu haben.  

Wie siehst du deine Rolle im Verein, wie wichtig ist der Obmann bei Red Star/Penzing?

Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mich mit Leib und Seele diesem Verein verschrieben habe. Es ist mir eine Herzensangelegenheit Red Star/Penzing als gesunden, schuldenfreien Verein zu führen. Als Obmann eines Vereins, der ein Sportgelände in Eigenverantwortung zu betreuen hat, sehe ich meine Hauptaufgabe darin, die Voraussetzungen für gute Trainingsbedingungen zu schaffen und das Alltagsgeschäft von den sportlichen Herausforderungen fern zu halten. Für die sportlichen Belange sind die Trainerteams verantwortlich und zuständig.
Ich versuche in allen Belangen zu unterstützen, bin Ansprechperson bei Problemen und natürlich bin ich schlussendlich der Hauptverantwortliche im Verein und mir dieser Verantwortung bewusst.

Wo siehst du Red Star/Penzing in 10 Jahren?

Ich hoffe inständig, dass dieses Team an Leuten die seit einiger Zeit zusammengefunden haben, noch länger bestehen bleibt. Dann sehe ich Red Star/Penzing in 10 Jahren immer noch als sympathischen, erfolgreichen Verein, bei dem der Nachwuchs einen großen Stellenwert hat und die Kampfmannschaft sich nicht Sorgen machen muss, wo sie Spieler lukrieren können. Dabei ist es mir nicht ganz so wichtig, in welcher Liga wir spielen. Natürlich ist der sportliche Erfolg erstrebenswert und ich würde gerne ganz oben spielen, aber viel wichtiger für diesen Verein ist es, die Linie des Miteinanders weiterzugehen und unsere Hauptaufgabe nicht aus den Augen zu verlieren: Kindern und Jugendlichen eine vernünftige Möglichkeit zu geben um ihr Hobby Fußball auszuüben.

Eines ist mir noch ein ganz besonderes Anliegen: Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen, die wir gerne als „Helferleins“ bezeichnen, bedanken, die uns bei jeder Gelegenheit unterstützen und sicherlich ein Herzstück dieses Vereins sind und immer im Hintergrund arbeiten. Vielen Dank dafür!

Danke an „Reini“ Reinhard Krumpholz für das Interview!